Gewerbeimmobilien in Frankfurt sind weiterhin stark gefragt. Gebäude für mehr als sechs Milliarden Euro haben im vergangenen Jahr den Eigentümer gewechselt, Investoren kaufen kräftig ein. Darunter waren bekannte Objekte wie der Commerzbank-Tower.

Liegt Frankfurt bei den Investitionen in Gewerbeimmobilien bundesweit auf Platz eins oder zwei? Die Maklerhäuser sind sich da nicht ganz einig. BNP Paribas Real Estate sieht Frankfurt mit einem Jahresumsatz von 6,69 Milliarden Euro vor München, Colliers International hingegen kommt nur auf 6,1 Milliarden Euro und setzt Frankfurt hinter die bayerische Hauptstadt, ebenso wie German Property Partner, die den Umsatz mit 6,51 Milliarden Euro beziffern. Einig sind sich die Maklerunternehmen, dass der Umsatz im Vergleich zu 2015 gestiegen ist – je nach Berechnung um acht bis 14 Prozent.

Rund 90 Prozent der Verkäufe entfallen auf Bürogebäude. Prominente Objekte waren dabei: Allein der Commerzbank-Tower, der an den koreanischen Samsung-Konzern ging, soll laut Colliers rund 675 Millionen Euro gebracht haben, für den Bürokomplex IBC an der Theodor-Heuss-Allee zahlte die German Estate Group etwa 400 Millionen Euro. Noch kurz vor Jahresende wechselte der Taunusturm im Bankenviertel für rund 650 Millionen Euro den Eigentümer. In der gleichen Preisklasse liegt auch der spektakuläre Komplex „The Squaire“ über dem ICE-Bahnhof am Flughafen.

Mehrere Deals waren Bestandteil einer Jahresendrallye, die nach Angaben der Makler zu der deutlichen Umsatzsteigerung führte. „Knapp 50 Prozent des Transaktionsvolumens wurden in den letzten drei Monaten des Jahres generiert“, sagte Robert Menke, Geschäftsführer von Colliers International Frankfurt. Besonders gefragt seien nach wie vor Objekte im Bankenviertel gewesen. Allein dort seien Immobilien im Wert von 1,8 Milliarden Euro gehandelt worden, so Menke. Für das laufende Jahr erwartet er ein stabiles Ergebnis auf hohem Niveau. „Frankfurt wird einer der attraktivsten Investitionsstandorte Europa bleiben.“ Der hohen Nachfrage stehe aber nur ein begrenztes Angebot gegenüber.

Bundesweit höchste Mieten

Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei den Büromieten wider – sie sind bundesweit die höchsten, Investoren kaufen kräftig ein. Laut BNP Paribas Real Estate kletterte der Spitzenwert um ein Prozent auf 38,50 Euro pro Quadratmeter und Monat. Colliers hingegen spricht von einem Rückgang um 2,6 Prozent auf 37,50 Euro. Die Durchschnittsmiete hat demnach um 30 Cent auf 18,70 Euro nachgegeben.

Die Vermietung von Büroflächen ist nach Angaben von BNP Paribas deutlich gestiegen, und zwar um 26 Prozent auf 551.000 Quadratmeter. Das sei das beste Resultat der vergangenen vier Jahre. Damit liegt die Mainmetropole bundesweit auf Platz drei hinter Berlin und München.

Investoren kaufen ein – Mehrere große Abschlüsse

Die Kollegen von Colliers kommen zwar fast auf den gleichen Umsatz bei den Mietflächen, sprechen aber von einem Zuwachs um 42 Prozent. Dazu beigetragen haben ihren Angaben zufolge vor allem mehrere große Abschlüsse wie die Anmietung von 40 000 Quadratmeter Fläche in dem geplanten Komplex „Grand Central“ am Hafentunnel durch die Deutsche Bahn. Die Europäische Zentralbank hat ihren Mietvertrag über eine Fläche von rund 18 000 Quadratmeter im Japan-Center verlängert.

Trotz der starken Nachfrage hat Frankfurt nach wie vor die bundesweit höchste Leerstandsquote. Laut Colliers sind 1,34 Millionen Quadratmeter Büroflächen unvermietet, das sind 11,2 Prozent des gesamten Bestands. Vor einem Jahr lag diese Quote noch bei 11,8 Prozent. BNP Paribas Real Estate rechnet positiver und kommt auf eine Leerstandsquote von nur zehn Prozent.

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